Glossar


Die Inhalte des nachstehenden Glossars entstammen dem „Handbuch für Schiffsbeteiligungen 2001“ von Knut Weitkamp, Münster.

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A

Abkürzungen
b = Barrel (159 l)
BRT = Bruttoregistertonne
BRZ = Bruttoraumzahl
cbf = Kubikfuß (35,317 cbf = 1 cbm); Raummaß zur Bestimmung der räumlichen Ladefähigkeit eines Schiffes
Cbfsm = Kubikfußseemeile
dwct = dead weight cargo tons
GMDSS = Global Maritime Distress and Safety System (Seefunksicherheitssystem)
GT/GRT = Gross Tons/Rauminhalt

B

Bareboat-Charter
Die mietweise Überlassung des „nackten“ Schiffes ohne Besatzung. Allein der Charterer trägt die Betriebskosten und ist für die Besatzung einschließlich Kapitän, aber auch für die Wartung des Schiffes verantwortlich. In diesem letzten Punkt liegt die Problematik der bareboat-Vercharterung. Der bareboat-Charterer haftet gegenüber Dritten (z.B. nach einer Kollision) genauso wie der Reeder bei Zeitcharter. Allerdings können Gläubiger ihre Ansprüche auch gegenüber dem Schiff geltend machen. Vorteil der bareboat-Charter aus der Sicht der Schiffseigner: Der Charterer trägt das Risiko, daß das Schiff einmal ohne Beschäftigung (off-hire) ist. Die Einnahmen aus bareboat-Chartern sind steuerlich betrachtet Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Zeit-Chartern dagegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Eine Option zur Tonnagegewinnermittlung ist bei bareboat-Charter nicht möglich!

Befrachtungsmakler
Befrachtungsmakler sind im Gegensatz zu Linienagenten "freie", unabhängige Vermittler zwischen Befrachtern und Reedern. Befrachtungsmakler treten am Markt entweder als freie oder als auf bestimmte Ladung oder Fahrtgebiete spezialisierte Makler auf. Das "Zusammenfinden" der passenden Ladung zum passenden Schiff/Schiffstyp ist die Hauptaufgabe eines Befrachtungsmaklers. Dabei leistet er mehrere Dienste durch das Quotieren von Orders und Positionen. Persönliche Kontakte und Freundschaften spielen eine große Rolle für den Beruf des Maklers. London, Paris, New York und Hamburg sind die größten Befrachtungsplätze der Welt.

Bereederungsgebühr
Die Vergütung für den kaufmännischen und technischen Geschäftsführer der Schiffsgesellschaft, den Reeder. Bei kleineren Schiffen beträgt sie idR. 5% der Chartererlöse, mit zunehmender Schiffsgröße nimmt die Gebühr (nicht immer) ab. Die Bereederungsgebühr ist bei Tonnagegewinnermittlung steuerfrei, wenn der Reeder Miteigentümer des Schiffes ist. Das kann zu Interessenkonflikten führen.

C

Charterrate
Einnahmen aus der Vercharterung des Schiffes an Linien- oder Trampreeder oder Handelshäuser. Je nach Schiffstyp (Container, Bulker, Tanker usf.) sind die Raten mehr oder weniger großen Schwankungen unterworfen. Sie hängen ab vom Ladungsaufkommen und von der Verfügbarkeit des benötigten Schiffstyps. Gibt es bspw. in einem engeren Fahrtgebiet wie der Ostsee oder der Karibik von einem bestimmten Schiffstyp auch nur ein oder zwei Schiffe ohne Beschäftigung, so kann das bei allen anstehenden Vercharterungen zu Einbußen bei den übrigen Schiffen dieses Typs führen.

Cross-Charter
Die Cross – Charter ist ein Seefrachtvertrag besonderer, eigenständiger Art, der nicht in das allgemeine Schema der Seefrachtverträge passt. Sie ist Bestandteil des „Operating Agreement“, dem Grundvertrag im Rahmen eines Container-Konsortiums und findet sich daher ausschließlich bei Container-Verkehren. Auf jedes Mitglied im Konsortium entfällt für jedes Schiff eine Cross-Charter. Darin verpflichten sich die Mitglieder gegenseitig, den anderen Konsortial-Mitgliedern auf dem jeweils eigenen Schiff so viel Schiffsraum zur Verfügung zu stellen, wie es dem Anteil entspricht, den jedes Mitglied am Gesamtverkehr im Fahrtgebiet hat (= Anteil an der sog. „Basic Carrying Obligation“). Auf diese Weise hat jeder Partner Laderechte auf den Schiffen der anderen, und die Cross-Charter beinhaltet die rechtlichen Rahmenbedingungen für die gegenseitigen Laderechte. Für die Bereitstellung seines Schiffsraumes erhält der „Owner“ eine Vergütung, deren Höhe vom Direktionsorgan des Konsortiums festgelegt wird. Die Vertragsdauer der Cross Charter orientiert sich an der Laufzeit des Operating Agreement.

D

DWT
deadweight tons. Vgl. tdw (vgl. Tragfähigkeit - Ladefähigkeit).

Door-To-Door-Konzept
Im Bemühen der großen Linienreeder, ihren Kundenservice zu verbessern und damit aus der Vergleichbarkeit herauszukommen, werden den Verladern zunehmend die kompletten Transportleistungen einschließlich des Transshipments mit Feederdiensten und der Transporte im Hinterland angeboten.

E

Eigencharter
Wenn in Schiffsprospekten ein befreundeter oder dem Emissionshaus gehörender Charterer zum Erstaunen aller Küstenbewohner mit der Schiffsgesellschaft für 12 oder 18 Monate eine Charter abschließt, die erheblich über der Marktcharter liegt und auf diesem Niveau in den Prospektprognosen für die Zukunft noch höhere Raten in Aussicht gestellt werden, dann sind für den Verfasser die Grenzen zum Anlagebetrug überschritten. Wenn im Prospekt über die Subvention oder Stützung der Charterrate nicht informiert wird, entsteht beim Anleger ein falsches Bild über die tatsächliche Ertragskraft der Investition. Umgekehrt kann es durchaus sein, daß ein Reeder sein Schiff, um in einen bestimmten Trade zu kommen, im Prospekt und auf dem Papier für weniger Geld verchartert, als der Charterer tatsächlich mit dem Schiff verdient. In diesem Fall hätte die Charter also Potential für bessere Ergebnisse als prospektiert.

F

Feederschiff
Zubringer-/Verteiler-Schiffe in der Containerfahrt. Sie stellen den Seetransport zwischen großen und kleineren Häfen sicher.

FEU
forty feet equivalent unit, ein 40 Fuß langer Container. Dieser lange Container beginnt dem kleinen Bruder TEU (twenty feet equivalent unit) den Rang abzulaufen. In 2002 wird es erstmals mehr FEUs als TEUs geben. Durch die Einführung des FEU ließ sich die Umschlaggeschwindigkeit beim Laden und Löschen der Container noch weiter erhöhen.

G

GT: Gross Tonnage
Seit 1988 international geltende Angabe für die Gesamtvermessung eines Schiffes. Entspricht der Brutto-Raumzahl (BRZ).

Gesamtkapitalrendite vor Steuern
Diese Rendite, gemessen mit dem internen oder modifizierten internen Zinsfuß, war, ist und bleibt die „Mutter“ aller weiteren sich ableitenden Renditen. Durch eine günstige Fremdfinanzierung kann die Rendite des Eigenkapitals noch „geleveraged“ werden, und die Progression des Anlegers läßt die Rendite des tatsächlich eingesetzten Eigenkapitals ein weiteres Mal verbessern. Aber: Bei einer schlechten „Mutter-Rendite“, also einem Schiff ohne überzeugende Ertragskraft, machen diese beiden Hebel daraus nur auf dem Papier ein vordergründig betrachtetes gutes Investment. Denn das Schiff schwächelt: Es gehört zu den ersten Schiffen, die in einer Charterraten-Flaute aus dem Rennen genommen werden, weil bei zu geringen Reedereiüberschüssen der Kapitaldienst nicht mehr gewährleistet ist.

H


Hamburger Schlachtruf
Hummel Hummel wurde unfreiwillig zur Berühmtheit. Johann Wilhelm Bentz, so war sein richtiger Name, lebte von 1787 bis 1854 und wurde von den Straßenkindern gehänselt. Hummel Hummel riefen sie ihm nach. Er antwortete mit einem griesgrämigen "Mors, mors!". Dieser Ausruf galt später auch als Hamburger Schlachtruf. "Hummel, hummel – mors, mors." Johann Wilhelm Bentz war, so wurde immer behauptet, etwas beschränkt, griesgrämig und leicht reizbar. Heute ist sein Spitzname zu einer Hamburger Legende und er zu einem Hamburger Original geworden.

Hub and Spoke
Liniensystem, das aus Haupthäfen und Feederlinien besteht, die speichenartig (spoke) von diesen ausgehen und kleinere Häfen bedienen.

I

IMO
International Maritime Organisation, Spezialorganisation der UNO, gegründet 1958 mit Sitz in London. Hauptaufgabe ist die Festlegung internationaler Mindeststandards für die Schifffahrt auf technischem und nautischem Gebiet.

ISR
Internationales Seeschiffsregister (Zusatzregister)

ITF
international transport workers federation. Die internationale Transportarbeiter-Gewerkschaft.

J

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K

Knoten
Maß für die Geschwindigkeit.
1 Knoten = 1 Seemeile/Stunde = 1,852 km/h.

Konnossement (Bill of Loading, BIL)
Dieses ist die Grundlage für das Rechtsverhältnis zwischen dem Verfrachter und dem Empfänger der Ladung. Es ist ein Wertpapier und kann als solches im freien Handel verkauft und beliehen werden oder -z.B. im Baumwollhandel - an der Warenbörse gehandelt werden, weil es praktisch an die Stelle der Güter tritt.

L

Lademarke (auch Freibord)
Der Freibord ist der mittschiffs und senkrecht gemessene Abstand zwischen dem obersten durchlaufenden Deck und der Wasseroberfläche, wenn das Schiff auf seinen maximalen Tiefgang abgeladen ist. Die Freibordmarke (auch Lade- oder Plimsollmarke) wird für jeden sichtbar auf dem Schiffsrumpf vermerkt. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde die Lademarke nicht von den Klassifikationsgesellschaften, sondern von den Schiffseigentümern selbst festgelegt und aufgemalt.

M

Maritime Hotline
Der ultimative Spezial-Informations-Brief zum Geschehen am Markt für Schiffsbeteiligungen und zu den Schiffsbestellungen der Reeder und Emissionshäuser.

MDO
Marine-Diesel-Öl. Billiger Dieseltreibstoff mit Verunreinigungen, der mit Hilfe eines Separators (Zentrifuge) gereinigt werden muß.

MPC
Multipurpose-Carrier, vielseitig verwendbarer Mehrzweckfrachter, der mit oder ohne umrüstbarem Zwischendeck (tweendeck) und Schotten neben Containern auch Stückgut (general cargo), Massengut (bulk) oder Schwergut transportieren kann. Massenhafte Stückgüter sind Holz, Papierrollen oder Stahlcoils. Schüttgutladung besteht vorwiegend aus Getreide, Düngemittel, Split usf. Projektladung besteht aus Konstruktionsteilen, Schwergutcollies, Generatoren, Transformatoren, Motoren usf. Multipurpose-Carrier können auch mit eigenem Ladegeschirr ausgerüstet sein.
Der Urahn aller Handelsschiffe ist der Mehrzweckfrachter, der neben Stückgut auch Schüttgut oder flüssige Fracht transportiert.

N

Netto-Charterrate
Die Netto-Charterrate ergibt sich, wenn von der Brutto-Charterrate die Kommissionen (Vermittlungsvergütungen) abgezogen werden.

Nordrange
Mit diesem Begriff bezeichnet man die konkurrierenden Nordseehäfen ANTWERPEN, ROTTERDAM, BREMERHAVEN und HAMBURG. Diese Häfen wurden und werden von den Panmax-Containerschiffen einer nach dem anderen angelaufen. Bei Schiffsgrößen von mehr als 5.000 TEU geht der Trend jedoch dazu, nur noch einen dieser Häfen anzulaufen und an besonders leistungsfähigen Umschlaganlagen mit fünf bis sechs möglichst schnellen Containerbrücken nebeneinander pro Großcontainerschiff nur noch einen einzigen Lade- und Löschvorgang durchzuführen.

NRZ (Nettoraumzahl)
Gibt die für den Transport zur Verfügung stehende Frachtraumgröße an. Basis für die pauschalierte Gewinnermittlung im Rahmen der Tonnagegewinnermittlung.

NT (Nettotonnen)
Seit 1994 geltende Vermessungsangabe für den nutzbaren Netto-Raum eines Schiffes, in Deutschland als Nettoraumzahl angegeben.

O

O/B/O-Carrier / O/O-Carrier
Massengutschiffe, die sowohl trockene als auch flüssige Massengutladungen befördern können, eignen sich besonders gut, um von einem Teilmarkt zum anderen zu springen. Bei diesen Schiffen wird insbesondere zwischen zwei Typen unterschieden, dem Ore/Oil- (O/O)-Carrier und dem Ore/Bulk/Oil- (O/B/O)-Carrier. Der O/O-Typ ist ähnlich konstruiert wie ein speziell für den Erztransport konzipierter Massengutfrachter, der jedoch auch im Doppelboden und in den seitlichen Ballasttanks flüssige Ladung, d.h. Rohöl, fahren kann. Der O/B/O-Carrier ist ähnlich gebaut wie ein konventioneller Massengutfrachter für trockene Ladungen.

Open-Side-Container
Die Seitenteile dieser Boxen bestehen aus unterschiedlich geformten Gattern. Sie werden für den Transport von Tieren benutzt. Bspw. werden auf allen neun Azoren-Inseln Rinder gezüchtet, aber nur auf San Miguel gibt es einen Schlachthof. Die Problemlösung heißt open-side-Container.

Open-Top-Container
Werden für den Transport von sperrigem Schwergut verwendet, welches mit Kranen von oben in die Box gestellt wird. Sie haben entweder ein abnehmbares Dach oder werden mit einer Plane abgedeckt.

P

Partenreederei
Jahrhundertealte Beteiligungsform in der Schiffahrt, geregelt in den §§ 489 ff. HGB. Die Eigentümer des Schiffes, denen ein oder mehrere Schiffsparten gehören, sind Mitreeder. Die Geschäftsführung obliegt dem Korrespondentreeder. Das Entscheidende ist im Gegensatz zur Kommanditgesellschaft die unbeschränkte, pro ratarische Haftung eines jeden Partenreeders gegenüber Dritten für entstandene Forderungen oder eingegangene Verbindlichkeiten. Zwar besteht ein Abandon-Recht, aber die Haftung für bestehende Verbindlichkeiten bleibt. Es kann also dazu kommen, daß jeder Partenreeder frisches Geld nachschießen muß. Das Abandon-Recht besagt, daß jeder Partenreeder auf das Eigentum an seinem Part verzichten kann.

Partiarisches Darlehen
Ein Darlehn, bei welchem der Gläubiger, anstatt Zinsen zu erhalten, am Gewinn oder Umsatz beteiligt wird. Ähnelt der Stillen Gesellschaft, Gläubiger und Schuldner sind aber nicht zu einer wirklichen Gesellschaft zusammengeschlossen. Stille Gesellschafter können indes partiarisch an einer Gesellschaft teilhaben (Ausnahme).

Projekt-Carrier
Transportieren jede Art von Gütern, die für Container zu schwer oder zu sperrig sind. Bspw. komplette Fabrikationsanlagen (Projektladung), Güterzüge, Transformatoren oder auch Castor-Behälter. Bei Industrieausrüstungen ist es wesentlich preiswerter, großvolumige, sperrige Teilanlagen zu transportieren, weil die Kosten für die Demontage und die Wiedermontage entfallen. Das ist dann mitunter Millimeterarbeit: Als am 31.8.2001 der chinesische Schwergutfrachter „Zhen Hua 5“ mit Containerbrücken aus China unter der für dieses Manöver gesperrten Köhlbrandbrücke durchfuhr, betrug der Abstand zwischen Fracht und Brücke nur knapp einen Meter. Es darf vermutet werden, daß Kapitän und Brückenmeister dabei den Atem angehalten haben.

Propulsion
Der Vortrieb eines schwimmenden Körpers durch das Wasser.

Q

Bisher sind keine Einträge vorhanden

R

Rattenteller
Wenn man einmal das Anlegen von Schiffen im Hafen beobachtet, dann sieht man, daß in vielen Fällen die Besatzung gleich nach dem Festmachen etwa halbmetergroße Teller aus Blech oder Holz außenbords über die Festmacherleinen stülpt. Das hindert die ungeliebten grauen Nager am Betreten des Schiffes per Seilakt, den sie meisterlich beherrschen. Der Landgang der Tiere wird dadurch natürlich ebenfalls vereitelt. Und so mancher Seelenverkäufer aus exotischen Ländern sieht so aus, als ob die Hafenbehörde auf der Verwendung dieses nützlichen maritimen Utensils bestanden hat.

Reede
Gebührengeschützter Liegeplatz auf See für Schiffe in Warteposition.

Reeder
Reeder sind Eigentümer von Schiffen, die ihnen zum Erwerb durch Seefahrt dienen. Eine Reederei ist eine Schifffahrtsunternehmung des Einzelreeders oder eine Handelsgesellschaft wie AG, OHG, KG oder GmbH. Die Abwicklung des Frachtgeschäftes erfolgt oft nicht unmittelbar durch den Reeder, sondern durch einen Agenten oder Schiffsmakler.

Roll-on/Roll-off-Schiff (Ro/Ro-Schiff)
Diese Schiffe laden und löschen rollende Ladung (wheeled cargo) über Bug-, Seiten- oder Heckpforten. Ro/Ro-Schiffe haben ein oder mehrere geschlossene Decks, die normalerweise nicht unterteilt sind und im allgemeinen über die ganze Länge des Schiffes laufen. Sie haben verpackte und unverpackte Güter in bzw. auf Schienen- oder Straßenfahrzeugen, sonstigen Fahrzeugen (einschl. Tanklastzüge), Anhängern etc. in horizontaler Richtung geladen.

Round-The-World-Dienste
1985 bot die taiwanesische Reederei Evergreen erstmals mit 24 Containerschiffen zwischen 2.400 und 2.700 TEU den sogenannten Rund-um-die-Welt-Dienst an. Bei nur wenigen Hafenanläufen pro Kontinent umrundeten die Schiffe in weniger als 80 Tagen die Welt. Das war die Geburtsstunde der Container-Feederschiffe, die dafür zu sorgen hatten, daß die großen Schiffe in den wenigen angelaufenen Häfen genügend Container aus kleineren Häfen mitnehmen konnten. Da auf vielen Teilstrecken (Relationen) doch zu wenig Fracht verfügbar war, haben die Round-the-world-Dienste sich wirtschaftlich nicht bewährt.

S

Schauerleute
Schauerleute waren für das Löschen und Beladen der Schiffe zuständig. Sie arbeiteten fast immer in Gruppen, die sie selbst "Gangs" nannten. Aufgrund der modernen Technik zum Be- und Entladen der Schiffe wird der Beruf der Schauerleute heute beachtlich weniger ausgeführt als früher. Sie löschten die Schiffs-Ladungen, bevor die Zeit der Container anbrach. In der Zeit, als die Hafenarbeiter noch den Stolz der Stadt ausmachten, war der Hafen voll von Schauermännern. Eine Menge der Begriffe, die zu damaliger Zeit von den Schauerleuten zur Verständigung im Hafen benutzt wurden, kommen aus dem Englischen und wurden heute in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen. "Meister" nannten sie den Kranführer, "Hunde" waren ihre Rollwagen, "Kiek ut!" hieß es, wenn Ladung bewegt wurde, und "Deeper!" befahl man anstelle von "Tiefer!". Während die "Schauermänner" mit dem Löschen oder Verladen der Ware beschäftigt waren, hatte der Tallymann die Aufgabe, die Ladung zu kontrollieren.

Schott
Senkrechte Wandkonstruktion im Schiffsraum zur Unterteilung des Laderaums. Dient der Sicherheit und Festigkeit (Verwindungssteifheit) des Schiffes.

Schrottwert
Die Abbrecher in Indien zahlten 2001 ca. USD 175 pro Tonne Schiffsgewicht, die Abbrecher im etwas weiter entfernten Rotchina ca. USD 185 pro Tonne. Die Länder mit der größten Abwrack-Industrie sind Indien, Indonesien und China. Am Ende der letzten Reise seines Schiffes muß der Kapitän es bei Flut mit voller Kraft voraus im Wortsinne „in den Sand setzen“, sprich: auf den Strand fahren, denn in Chittagong (Bangladesh) und Alang (Indien) wird zum Verdruß der Naturschützer am Strand abgewrackt. Der Tidenhub beträgt hier 10 Meter. Zum Empfang eines neuen, abzuwrackenden Schiffes erscheint der Pächter des Strandabschnitts gern persönlich, denn jetzt nimmt er das Schiff zum ersten Mal in Augenschein: Wenn er Pech hat, ist vom Schiffsgewicht schon sehr viel weggerostet.
Die Differenz zwischen Werftpreis und Schrottwert ist die Bemessungsgrundlage für die degressive Abschreibung.

Schwimmdock
Das Schwimmdock wurde 1839 von dem Amerikaner Gilbert erfunden. Mit den flutbaren Seitenwänden des Docks senkt sich das Schwimmdock unter das trockenzustellende Schiff. Dann wird das Wasser aus den Seitenwänden gepumpt und das Schwimmdock hebt sich mit dem Schiff knapp über die Wasseroberfläche. Handelsschiffe mussen alle zweieinhalb Jahre ins Dock.

Seemeile
Eine Seemeile wird als Bogenminute des Äquators definiert und wurde in den verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Werten um 1885 Metern angenommen. Doch entsprechend der prinzipiellen Abteilung der Basisgrößeneinheit Meter als zehnmillionster Teil eines Meridianquadranten wird seit dem 19. Jahrhundert auch für die Seemeile nicht der Äquator, sondern ein Meridian als Basis für die Ableitung zugrundegelegt. 1 Seemeile=1 Meridianminute=1852 Meter.

Single Decker
Schiff mit nur einem Deck (dem Wetterdeck) ohne horizontale Unterteilung des Laderaums.

Single Port - Prinzip
Bestreben der Containerreedereien im Überseeverkehr, ihre Dienste auf jeweils nur einen Lade- und Löschhafen in einer Region zu beschränken und die kleineren Häfen im Umladeverkehr zu bedienen.

Spotmarkt
Markt, auf welchem kurzfristige Charterverträge, vorwiegend Reisechartern, für ein Schiff für eine Reise zu einem bestimmten Hafen abgeschlossen werden.

T

tdw
Tons deadweight, die maximale Tragfähigkeit eines Schiffes in metrischen Tonnen zu 1.000 kg. Ein Maß für die maximale Beladung des Schiffes mit Ladung, Brennstoff, Ballast, Ausrüstung, Proviant und Passagieren.

TEU
twenty-feet-equivalent-unit, das Maß für die STELLPLATZKAPAZITÄT eines Schiffes. Die 20-Fuß-Standard-Box ist also 6,10 m lang. Die Breite und Höhe betragen 8 Fuß, also 2,44 Meter. Aussprache: allgemein TEU, in feineren Schiffahrtskreisen aber „Tiejuuh“. Die im Jahr 2002 größten Containerschiffe haben eine Stellplatzkapazität von knapp über 8.000 TEU.

Take-Me-Home
Wenn ein Wellengenerator vorhanden ist, können beim Ausfall der Hauptmaschine die Hilfsdiesel über den Wellengenerator die Propellerwelle antreiben. Auf diese Weise kann das Schiff einen Nothafen anlaufen. Man nennt dieses Verfahren PTI-Betrieb (Power take in durch Wellengeneratorbetrieb). Falls kein Wellengenerator vorhanden ist, kann nur ein zweites Antriebsaggregat im „Vater-Sohn“-Betrieb helfen. Ausfälle der Hauptmaschine führen im Normalfall zur Inanspruchnahme von Schlepperhilfe und sind nicht selten die Ursache für Havarien. Ein Take-me-home-System an Bord reduziert das Risiko von Ausfallzeiten. Dieser Beitrag zur Schiffssicherheit schlägt sich in niedrigeren Versicherungsprämien nieder.

Tiefgang
Der Tiefgang eines Schiffes definiert die Häfen, die das Schiff im jeweiligen Ladezustand noch anlaufen kann. Im Wettbewerb zwischen Hamburg und Rotterdam ist der maximale Tiefgang in der Elbe Dauerthema in der Hansestadt. Die Elbe läßt unter Ausnutzung der Flutwelle für einkommende Schiffe einen maximalen Tiefgang von 14,90 Metern zu. Ohne die Flutwelle beträgt der max. Tiefgang seit dem 7. April 2001 für einkommende Schiffe 12,60 Meter. Die Schiffe dürfen max. 340 Meter lang und 50 Meter breit sein. In 2000 wurde Hamburg von 11.630 Seeschiffen angelaufen. 5857 davon waren Containerschiffe.

Trampfahrt (auch Charterfahrt)
Beschäftigung eines Schiffes ohne festen Fahrplan, je nach Ladungsangebot auf wechselnden Routen eingesetzt.

Transshipment
Das mehrfache Umschlagen von großen Vollcontainerschiffen auf kleinere Feeder-Schiffe. Die Feeder-Verkehre werden aller Voraussicht nach weiterhin von dem Größenwachstum der Voll-Containerschiffe profitieren.

TSM
Tonnenseemeile, Einheit für die Transportleistung eines Schiffes als Produkt aus Ladungsmenge (t) x Reisedistanz (sm)

Twistlocks
Auf den Lukendeckeln stehende Deckscontainer-Stapel werden miteinander durch Staustücke, sogenannte twistlocks verbunden. Handbetätigte twistlocks werden beim Ladevorgang durch den Lascharbeiter in die Oberseiten der Eckbeschläge eines Containers gesteckt. Die Containerbrücke setzt den nächsthöheren Container des Stapels mit dessen unteren Eckbeschlägen auf die twistlocks, die anschließend von Hand verriegelt werden. Halbautomatische twistlocks werden ebenfalls noch von Hand in die Eckpunkte gesteckt, aber vorverriegelt. Wird der nächsthöhere Container aufgesetzt, erfolgt die Verriegelung automatisch. Die Lascharbeiten sind gefährlich, teuer und zeitraubend. Es wird daher mit twistlock-Automaten experimentiert, die jeden Handgriff überflüssig machen. In den USA dürfen Hafenarbeiter nicht mehr zum Laschen der Container verpflichtet werden.

U

Überzeichnungen
Wenn die Vertriebe das Emissionshaus mit Zeichnungsscheinen überschütten, dann wird gern von der gesellschaftsvertraglich ggfls. vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch gemacht, mehr Kommanditkapital an Bord zu nehmen als ursprünglich im Finanzierungsplan vorgesehen. Das stärkt die Liquidität der Schiffsgesellschaft und erhöht ganz nebenbei die Vergütungen der Initiatoren für diese Emission. Nur sind dadurch auch mehr hungrige Mäuler an Bord: Überzeichnungsmöglichkeiten verschlechtern alle Quoten des Kommanditisten bei der Verlustzuweisung, den Ausschüttungen und dem Verkaufserlös. Wenn die nach Abzug der Vertriebskosten verbleibenden Überzeichnungsbeträge für Sondertilgungen verwendet werden, ist der Schaden nicht so groß. Wenn sie für Ausschüttungen verwendet werden, auch nicht. Aber sie können auch für eine Ballastreise „verdampfen“.

V

VAN-Carrier
Die riesigen, hochbeinigen Portalhubwagen, die den Container zwischen Schiff und Stapellager transportieren. In einem neuen Terminal in Rotterdam braucht man die VAN-CARRIER schon nicht mehr: Die Container werden auf einen automatisch gesteuerten Transportwagen gesetzt, der mittels Induktionsschleifen im Boden den richtigen Container-Stapel anfährt. Dort übernimmt ein ebenfalls automatisch geführter, führerloser Brückenkran das Stapeln. Nur der Kranführer auf der Containerbrücke am Kai ist noch aus Fleisch und Blut. Die gesamte Logistik hinter ihm läuft vollautomatisch ab. Niemanden, der bis hierher gelesen hat, wird es verwundern, daß auch an der Abschaffung des Kranführers gearbeitet wird: Sein geschultes Auge wird in absehbarer Zeit durch Laser ersetzt werden. Sie finden das unheimlich? Extra in der vielbefahrenen Bucht von Tokio experimentieren die Japaner mit Frachtschiffen, auf denen kein Mensch mehr Dienst tut. Wenn man dann eines Tages die Schiffsbegrüßungsanlage in Willkommhöft nicht mehr benötigt, weil niemand an Bord mehr hinhört, ist wohl der letzte Rest Romantik in der Schiffahrt dahin. Auch im neuen Container-Terminal Altenwerder (CTA) gibt es seit Juli 2001 die ersten automatisch geführten Containertransportfahrzeuge. Die neue Kaianlage wurde nach dem berühmten Generaldirektor der Hapag-Lloyd, Albert Ballin, benannt.

Verstellpropeller
Schiffsschraube, deren Flügelsteigung verstellbar ist, um bei gleichbleibender Maschinendrehzahl den Vortrieb zu verändern.

VLCC Tanker
Die Giganten der Weltmeere (Very Large Crude Carrier) haben eine Tragfähigkeit von mehr als 200.000 Tonnen. Die Flotte besteht 2002 aus 442 Schiffen dieser Größenordnung. 25% der Flotte sind mehr als 25 Jahre alt und haben keine Doppelhülle. 83% der Ölexporte aus dem Persischen Golf werden mit VLCC’s und den wenigen ULCC’s, die es noch gibt, verschifft. Eine häufige Standardgröße trägt ca. 300.000 Tonnen. Diese Schiffe sind ca. 335 Meter lang und 58 Meter breit. Der Tiefgang beträgt fast 23 Meter. Die Dienstgeschwindigkeit des voll abgeladenen Tankers beläuft sich auf behäbige 13 bis 14 Knoten. Dabei werden fast 100 Tonnen Brennstoff verbraucht.

W

Wellengenerator
Stromerzeuger, der von der Propellerwelle angetrieben wird und aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die Stromversorgung übernimmt, wenn die Drehzahl der Propellerwelle in einem bestimmten Drehzahlbereich liegt.

Wellenhöhen
Das Southampton Oceanography Centre weist Ende 2001 darauf hin, daß mit den weltweiten Klimaveränderungen die mittlere Wellenhöhe während des Winterhalbjahres im nordöstlichen und mittleren Atlantik sowie im Nordpazifik während der letzten dreißig Jahre von 2,5-3 auf 4-4,5 Meter angestiegen ist. Das sind immerhin 1,5 Meter MEHR ! Die höheren Wellen verursachen eine erhöhte Beanspruchung des Schiffsrumpfes und verursachen Schäden an Lukendeckeln und Deckscontainern.

Wulstbug
Eines der vielen schönen Beispiele für technische Neuerungen, die erst der Natur abgeschaut werden mußten: Dieser delphinnasen-förmige Vorbau am Bug sehr vieler Schiffe reduziert bei kleineren Schiffen durch sein Volumen mit einem höheren Auftrieb des Vorschiffes das Eintauchen in die Wellen. Das kommt nicht nur den Seegangseigenschaften, sondern auch dem Antriebsleistungsbedarf zugute. Bei allen Schiffen verringert eine optimierte Wulstform den Wasserwiderstand durch eine bessere Umströmung des Schiffskörpers um gut 10% und mehr. Der Wulstbug erzeugt ein vorgelagertes Druckfeld und leitet die Vorschiffsumströmung derart ein, daß die Bugwellenhöhe vermindert und das Vorschiff günstiger umströmt wird. Daß eine längere Wasserlinie Geschwindigkeitsvorteile bringt, hatte man bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts bemerkt. Alle großen Kriegsschiffe hatten damals einen eisernen Unterwasser-Rammsporn als Steven, der dann aber mit zunehmender Reichweite der Schiffsgeschütze entbehrlich wurde. Man baute die Schiffe ohne Rammsporn und stellte fest, daß das für die Geschwindigkeit von Nachteil war.

X

Zurzeit sind keine Einträge vorhanden.

Y

Zurzeit sind keine Einträge vorhanden.

Z

Zeitcharter
Vertrag über die Miete eines Schiffes. Unterformen der Zeitcharter sind „period charter“ (gilt für eine bestimmte, jeweils von den Vertragsparteien festgelegte, bisweilen sehr lange Laufzeit). Die „trip charter“ gilt für eine bestimmte Reise oder Rundreise.

Zwischendeck
Auch tween-Deck genannt. Starres, höhenverstellbares und mitunter herausnehmbares Zwischendeck zur Anpassung des Laderaums an die Fracht. Häufig bei den Multipurpose-Carriern (MPC) und auch Schwergutschiffen anzutreffen?